In Deutschland benötigen wir gesundheitspolitisch eine Neujustierung für Beiträge und Leistungen in der Krankenversicherung. Die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Kasse ist überholt und sollte zu einer “Pflicht zur Versicherung” aller Bürger mit einkommensabhängigen Prämien bei gleichzeitiger Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze für Arbeitnehmer umgewandelt werden. Die Politik muss endlich einsehen, dass Gesundheitserziehung und Prävention gesellschaftspolitische Aufgaben und demnach steuerlich zu finanzieren sind, genauso wie familienpolitische Ausgaben der Kindererkrankungen und bisherige Belastungen aus den Hartz IV Gesetzen. Durch eine wirkliche Strukturreform würden dann zusammen riesige Summen (viele Milliarden Euro) eingespart, womit notwendige medizinische/diagnostische und therapeutische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Gesundheit – nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenn
tnissen – für kranke Menschen finanziert werden könnten. Die heutige Gegebenheit einer “Zwei-Klassen-Medizin” wäre sofort überwunden. Die Beiträge könnten bis zu 50% für den Normalverdiener abgesenkt werden. Gleichzeitig wäre das System dazu in der Lage, die Vergütungen für ambulante und stationäre Leistungen auf ein Durchschnittsniveau westlicher EU-Staaten anzuheben. Der ärztliche Beruf würde an Attraktivität erheblich gewinnen – im Interesse der kranken Menschen. Ich denke aber, der Murks in der heutigen Gesundheitspolitik geht weiter und die Bundeskanzlerin wird nach den im Herbst spätestens angestiegenen Beitragssätzen den Gesundheitsfonds ab 2009 mit aller Macht umsetzen lassen. Zusatzbeiträge der Versicherten sind die Folge und die Misere in der ärztlichen Versorgung wird sich zuspitzen. Den grossen Krankenkassen muss man doch endlich auch die Mitgl
iedergewinnung als Priorität ihrer Aufgabenstellung, die zu Lasten der Beitragszahler geht , untersagen. Nach dem Gesetz sind doch ganz andere Prioritäten in der Aufgabenbewältigung zu erledigen. Die vielen Marketinginitiativen wie z.B. Kooperationen mit Fitnisstudios, Reisekonzernen und Sportvereinen, Wellnessaktivitäten, Bilderausstellungen, Schulvorträge, Bewerbungsanleitungen für Schüler, Beschickung der Vorsorge-Kuren in kasseneigene Einrichtungen usw. tragen aus Gründen erheblicher Personalbindungen zu massiven Mittelverknappung bei – zu Lasten kranker Menschen. Die Bundesaufsicht und die Länderaufsichten schweigen dazu.
Günter Steffen, Lemwerder
Diesen Beitrag verlinken
Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, dann verlinken Sie ihn doch bitte mit folgendem Linkquelltext und/oder bookmarken Sie bei einem Social Bookmarking Dienst.


Kommentar abgeben